Analogue, Baby

480

2026

In vordigitalen Zeiten galt die Fotografie als Beweis, als genaue Schilderung von Ereignissen im Journalismus. Oft wurde sie jedoch beschnitten und inszeniert, um eine voreingenommene Perspektive zu untermauern oder Propaganda zu verbreiten. Das Aufkommen von Photoshop läutete eine neue „GOTCHA!“-Ära ein – und der aktuelle Einsatz von KI bringt eine neue Art der Bildkritik mit sich. Wenn eine Technologie altert und eher zum Standard als zum Streitpunkt wird, wird die neue Technologie zur „Lüge“.

Die derzeitige Begeisterung für die analoge Fotografie sehnt sich nach einer Nostalgie, die wir als Authentizität betrachten. Doch ironischerweise werden die Bilder, die wir konsumieren – egal, ob sie ursprünglich auf 35-mm-Film aufgenommen, digital fotografiert und so bearbeitet wurden, dass sie „vintage“ wirken, oder mit KI erstellt wurden – oft alle im selben Format hochgeladen und betrachtet: als Pixel auf einem winzigen Bildschirm. Hier wurde der Prozess umgekehrt. Ein Bild wurde in einem digitalen Bearbeitungsprogramm entworfen, anschließend in einem analogen Format ausgedruckt und von Hand mit einem Pinsel retuschiert.

Das Werk versteht sich nicht als Teil einer moralischen Stellungnahme zum Einsatz von Technologien, sondern soll vielmehr hinterfragen, wie wir Konzepte von Wahrheit und Reinheit wahrnehmen, während sich die Medien weiterentwickeln und unser Denken prägen.

  • 18x24cm (26x32cm gerahmt)

  • Cyan und Gesso auf 400gsm Baumwollpapier

  • inkl. schwebender Rahmen - Linde, Weiß

  • Rückseite Signiert

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